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Das Heiligtum von Saydnaya in Syrien
Nach Jerusalem ist das Heiligtum von Saydnaya (Unsere Liebe Frau in Syrien), auf einer Hügelspitze 30 Kilometer von der syrischen Hauptstadt Damaskus entfernt gelegen, das meistbesuchte christliche Heiligtum des Mittleren Ostens. Seine erste Konstruktion stammt aus dem Jahr 545, als nach der Tradition Maria dem byzantinischen Kaiser Justinus I. erschienen war, zuerst in Form einer Gazelle, dann als Ikone, während er das letzte Mal Syrien durchquerte, um die Perser anzugreifen. „Justinus, baue mir eine Kirche auf diesem Hügel“, soll die Jungfrau gesagt haben, bevor sie wieder verschwand. Die Legende erzählt, dass die Jungfrau noch ein zweites Mal in Form einer Gazelle erschienen ist, um den Architekten zu helfen, die Pläne für das kaiserliche Projekt zu erstellen, die der Kaiser in Auftrag gegeben hatte und die für die Konstruktion dieser Frühkirche benutzt werden sollten. Die Kirche „bewahrt auch heutzutage ihre Großartigkeit und ihre ursprüngliche Schönheit des byzantinischen Stils“, stellte der Autor und Biologe Jean-Cleaude Antakli in seinem Buch „Weg eines Christen des Orients“ fest. Das Heiligtum wurde ein großes Pilgerzentrum des griechisch-orthodoxen Ritus und bis heute wachen 50 Ordensmänner über die reiche Geschichte dieses Heiligtums und hüten zahlreiche, wertvolle, handgeschriebene Manuskripte, deren Berühmtheit in den vergangenen Jahrhunderten ständig wuchs. Die Shaghoura ist der Name, der dem Bildnis Mariens, das im Inneren konserviert ist, verliehen wurde: Eine Ikone, die auf wunderbare Weise erhalten blieb und von der man glaubt, dass sie eine Reproduktion einer Ikone ist, die vom Hl. Lucas gemalt wurden. Sie wurde lange Zeit nach der Erbauung des Heiligtums von einem Mönch hierher gebracht, der Syrien durchquerte, um die heiligen Orte zu besuchen. Von seinem Kloster beauftragt, eine wertvolle Ikone von Maria von Jerusalem zurückzubringen, erfüllte er schließlich seine Mission, nachdem er während der ganzen Reise vielen Gefahren entronnen war. Bei jeder Gefahr, die ihn bedrohte und die er überwand, segnete der Mönch die Jungfrau, davon überzeugt, dass er nur dank ihrer wunderbaren Macht entkommen war. So erreichte er Saydnaya, aber er konnte der Versuchung nicht widerstehen, vorzugeben mit leeren Händen gekommen zu sein. Aber im Moment seiner Abreise hielt ihn ein unüberwindliches Gefühl an dem Ort fest und hinderte ihn am Weggehen, bevor er die Ikone nicht dem Konvent übergeben und gestanden hatte, dass er sie hatte behalten wollen, da er so von der wunderbaren Macht angetan war. In einer runden Kapelle, geschützt durch ein metallenes Gitter, befindet sich diese kleine Metallikone, welche die heilige Jungfrau mit dem Jesuskind darstellt. Pilger und Besucher sind dazu eingeladen, vor dem Eintritt die Schuhe auszuziehen, bevor sie diesen Ort betreten, der sie in tiefem Schweigen und Frieden empfängt. Im Inneren der Kapelle herrscht eine dichte und mystische Atmosphäre, die von den Kerzen, dem Gold und den Ikonen verstärkt wird, die sie schmücken. Männer und Frauen knien vor der heiligen Ikone und atmen die Luft der Hoffnung, um ein so „süßes“ und so „bezauberndes“ Aroma zu spüren, das, wie man sagt, von Zeit zu Zeit von der Ikone ausströmt. Die Oberin des Konventes bezeugt die häufigen Heilungen, Wunder, die schon zur Gewohnheit wurden und Gläubige aller Glaubensrichtungen betreffen. Jedes Jahr am 8. September, dem Fest Mariä Geburt, zieht das Heiligtum zehntausende Pilger an, Christen und Moslems. “Unfehlbare Zuflucht der Christen, Unermüdliche Fürsprecherin beim Schöpfer, verschmähe nicht die bittenden Stimmen der Sünder, und verstoße in deiner Güte nicht, die bei dir Zuflucht suchen, Wir rufen mit Vertrauen zu dir: Eile uns zu helfen, höre nicht auf, Fürsprache zu halten, O Mutter Gottes, behüte unermüdlich alle, die Dich verehren.“
Nach Jerusalem ist das Heiligtum von Saydnaya (Unsere Liebe Frau in Syrien), auf einer Hügelspitze 30 Kilometer von der syrischen Hauptstadt Damaskus entfernt gelegen, das meistbesuchte...leggi tutto





