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Die Melkitische oder Griechisch-Katholische Kirche im Heiligen Land
Die Melkitische oder Griechisch-Katholische Kirche ist eine Kirche byzantinischer Tradition und steht in voller Einheit mit Rom. Das Wort Melkit stammt von “Melekh”, was in hebräischer Sprache “König” bedeutet. Lange bezeichnete dieser Name jene Kirchen, die der Lehre des Konzils von Chalzedon im Jahr 451 folgten, und die vom oströmischen Kaiser unterstützt wurden - im Gegensatz zu den nicht chalzedonischen Kirchen. Die Melkiten sind also Christen mit byzantinischem Ritus des Patriarchats von Alexandria in Ägypten, von Antiochien in Syrien, und von Jerusalem in Palästina. Das Patriarchat von Alexandria schmilzt bedeutend zu Gunsten der koptischen Kirche zusammen. Das von Antiochien behält eine gewisse Bedeutung gegenüber den monophysitischen Syrern bei. Das Patriarchat von Jerusalem bleibt vollständig melkitisch, d.h. chalzedonisch. Seit Beginn des 7. Jahrhunderts stehen diese drei Patriarchate unter muslimischer Herrschaft. Ihre Liturgie folgt dem byzantinisch-griechischen Ritus, aber ihre Sprache und Kultur werden nach der Eroberung des Islams im Lauf der Zeit arabisch. Der Bruch zwischen Rom und Konstantinopel im Jahr 1054 trifft die orientalischen Patriarchen nur indirekt; sie wählen den Sitz von Konstantinopel, aber kein formelles Schriftstück erklärt den Bruch mit Rom. Trotzdem verschlechtern sich die Beziehungen mit der lateinischen Kirche während der Zeit der Kreuzzüge. Der erste melkitische Patriarch, der dem heute geläufigen, genauen Sinn des Wortes entspricht, ist Kyrillos VI. Tanas, den Rom 1729 anerkennt. Die melkitische Kirche ist also eine katholische Ostkirche, die in Einheit mit Rom lebt und gleichzeitig der Tradition der orthodoxen Kirchen treu ist, deren Geschichte sie bis ins 18. Jahrhundert teilt. Ein Teil der melkitischen Kirche geht nach Palästina und Ägypten ins Exil, wo sich lokale Gemeinden bilden. Diese Situation dehnt 1772 die Oberherrschaft des Patriarchen auf Jerusalem aus, und zwar mit dem Einverständnis von Papst Clemens XIV. Seit 1837 trägt der melkitische Patriarch den Titel dreier Patriarchalsitze, nämlich von Antiochien und dem ganzen Orient, von Alexandria und von Jerusalem. Im Heiligen Land ist die Melkitische Kirche in drei voneinander unabhängige Diözesen aufgeteilt. Die erste ist das melkitische patriarchale Exarchat von Jerusalem: es liegt in der Altstadt Jerusalems in der Nähe des Jaffators und zählt 3.500 Gläubige, die auf acht Pfarreien in Jerusalem, Betlehem und Umgebung, Rafidia, Ramallah und Taybeh verteilt sind. Das Exarchat betreibt drei Schulen und fünf religiöse und monastische Gemeinschaften. Die zweite Diözese ist die melkitische Erzeparchie in Akko. Die melkitischen Bischöfe waren dort erst ab 1804 ansässig. Diese Erzdiözese umfasst 32 Pfarreien und 12 religiöse und monastische Gemeinschaften. Außerdem wurde 1982 in Haifa ein Heim zur sozialen Wiedereingliederung ehemaliger Häftlinge gegründet. Die Erzdiözese leitet außerdem sieben Schulen. Sie zählt fast 63.000 Gläubige und ist damit die größte christliche Gemeinde in Galiläa. Zuletzt die melkitische Erzeparchie von Petra und Philadelphia, die 1932 mit Anerkennung Roms vom Heiligen Synod der melkitischen Kirche gegründet wurde. Der neue Sitz von Petra-Philadelphia bildet eine Erzdiözese, die Obergewalt über Jordanien und ihren Sitz in Amman hat. Sie umfasst 31.000 Gläubige, 31 Pfarreien sowie 6 religiöse Gemeinschaften und betreibt 10 Schulen. Die Melkitische oder Griechisch-Katholische Kirche im Heiligen Land und im ganzen Mittleren Orient ist eine sehr lebendige und aktive Kirche, besonders auf dem Gebiet der Ökumene und des Dialogs mit den Muslimen. Papst Benedikt XVI. hat darauf Wert gelegt, diese Tatsache zu unterstreichen, als er am 8. Mai 2008 im Vatikan die Teilnehmer einer melkitischen Pilgerfahrt empfing, die von Seiner Seligkeit Gregor III. Laham, Patriarch von Antiochien der griechischen Melkiten, von Damaskus in Syrien, geleitet wurde. (Auszug aus der Ansprache des Papstes an den Patriarchen und die griechisch melkitischen Bischöfe Antiochiens am 8. Mai 2008) Benedikt XVI: “Ich weiß um den ökumenischen Einsatz der melkitischen katholischen Kirche und die brüderlichen Beziehungen, die ihr mit euren orthodoxen Brüdern aufgebaut habt, und ich freue mich darüber. Der Einsatz für die Suche nach der Einheit aller Jünger Christi ist eine dringende Verpflichtung, die sich aus dem brennenden Wunsch der Herrn selbst ergibt. Wir müssen daher alles in unserer Macht Stehende tun, um die Mauern der Trennung und des Misstrauens niederzureißen, die uns daran hindern, ihn zu verwirklichen.” Während dieser Audienz hatte der Papst auch sein Wohlwollen über die guten Beziehungen ausgedrückt, die die griechisch-katholische Kirche mit den Moslems unterhält, “um gemeinsam zum Wohl aller die soziale Gerechtigkeit, moralische Werte, Frieden und Freiheit zu fördern und zu verteidigen”.
Die Melkitische oder Griechisch-Katholische Kirche ist eine Kirche byzantinischer Tradition und steht in voller Einheit mit Rom. Das Wort Melkit stammt von “Melekh”, was in hebräischer...leggi tutto





