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Vatikanreport
JT: Für Papst Benedikt XVI. war das Jahr 2009 das Paulusjahr, das Priesterjahr, ein Jahr voll von internationalen Reisen und ein Jahr voller kontroverser Entscheidungen. Diese Woche werden wir im Vatikanreport auf die vergangenen 12 Monate zurückblicken. Ich bin John Thavis, Direktor des katholischen Nachrichtenbüros in Rom. CG: Und ich bin Carol Glatz, Romkorrespondentin des CNS. Es war ein aktives Jahr für Papst Benedikt. Er veröffentlichte eine wichtige Sozialenzyklika, reiste nach Afrika und unternahm eine Pilgerfahrt ins Heilige Land, er stand der Bischofssynode für Afrika vor, ernannte 10 neue Heilige und hatte sein Debut auf Facebook. Diese waren nur einige Highlights der Amtshandlungen dieses Jahres. Denken Sie einmal, dass der Papst in 2009 mehr als 200 Führungspersönlichkeiten und Gruppen traf, mit mehr als 300 Bischöfen sprach und mehr als 50 wichtige Liturgien feierte. JT: Am letzten Tag des Jahres leitet der Papst ein Dankgebet für alle positiven Ereignisse der letzten 12 Monate. Es gab viele Momente der tiefen persönlichen Befriedigung für Papst Benedikt XVI. dieses Jahr, zum Beispiel, als er in seinem ersten Besuch in Afrika ankam und den extrem enthusiastischen Willkommensgruß von hundertausenden Menschen in Kamerun erlebte. Aber es gab auch Enttäuschungen, wie zum Beispiel die Medienreaktion auf die Aufhebung der Exkommunikation der vier traditionalistischen Bischöfe, als sich später herausstellte, dass einer der vier das Ausmaß des Holocaust in Frage stellte. Der Papst wiederholte darauf stark die kirchliche Position gegen Anti-Semitismus, aber dennoch wurde er stark kritisiert. Der Papst äußerte sich später, wie geschockt er über die Feindseligkeit war, mit der ihn selbst Katholiken angegriffen haben.“ CG: Im Juli veröffentlichte der Papst die langerwartete Enzyklika über soziale Gerechtigkeit, er nannte sie „Nächstenliebe in der Wahrheit.“ In ihr rief er zu einer Reform der internationalen wirtschaftlichen Institutionen auf und sagte, dass einer der größten Ursachen der globalen Wirtschaftskrise der moralische Niedergang der Geldinvestoren und Marktlenkern sei. Der Papst gab eine Kopie der Enzyklika sowie ein Exemplar des vatikanischen Dokumentes über Bioethik auch Präsident Barack Obama, als sich die beiden zum ersten Mal im Juli dieses Jahres trafen. Das Treffen des Papstes mit dem Präsidenten wurde als freundlich bezeichnet, aber der Vatikan hob hervor, dass er von Obama verlange, seinem Versprechen treu zu bleiben, die Zahl der Abtreibungen zu senken und in moralischen Fragen auf die Kirche zu hören. JT: Im Juni schloss der Papst das Paulusjahr und eröffnete das Priesterjahr. In seinen wöchentlichen Reden und liturgischen Feiern der ersten sechs Monate des Jahres legte er den Schwerpunkt auf den Hl Paulus und gab ein detailliertes Portrait des Mannes, der als Archetyp eines jeden Missionars verstanden wird. Zu Beginn des Priesterjahrs wollte der Papst die Anerkennung des Dienstes, den die geweihten Diener der Kirche vollbringen, vergrößern und eine geistliche Erneuerung unter den Priester anstoßen. Gleichzeitig sagte er, dass die Kirche anerkennen müsse, dass einige Priester sehr viel Schaden angerichtet hätten. Im Dezember traf der Papst irische Führungspersönlichkeiten der Kirche, um Fälle sexueller Missbräuche von Priestern zu diskutieren. Der Vatikan sagte, dass er die „Wut, das Gefühl des Verrats und die Verlegenheit“ vieler irischer Katholiken mitfühle. 31s CG: Nun, da das Jahr dem Ende zugeht, zeigte der Papst einmal „seine grüne Seite“ und zwar in seiner Botschaft für den Weltfriedenstag, der Neujahr gefeiert wird. Der Papst sagte, dass Umweltverschmutzung ein moralisches Problem sei, welches den Frieden und das menschliche Leben selbst bedrohe und er rief auf globalem und persönlichem Niveau zum Handeln auf. Was genau soll te der Einzelne tun? Nun, er schlug vor, man solle seinen eigenen Lebensstil vereinfachen und weniger einem Konsumismus verfallen. Das klang für mich nach einem guten Vorsatz für das neue Jahr. Ich bin Carol Glatz.
JT: Für Papst Benedikt XVI. war das Jahr 2009 das Paulusjahr, das Priesterjahr, ein Jahr voll von internationalen Reisen und ein Jahr voller kontroverser Entscheidungen. Diese Woche werden wir...leggi tutto





